Die neu erstellte Heizzentrale eines Wohn- und Geschäftshauskomplexes wird aus dem Fernwärme-Heisswassernetz mit circa 180 °C versorgt. In der Heizzentrale wird dieses Temperaturniveau in 2 Wärmetauschern auf einen Wert von ca. 65 °C reduziert. Allerdings wurde festgestellt, dass es zu ständigen Überhitzungen der Anlage kommt, welche Notabschaltungen und somit den Totalausfall der Wärme- und Warmwasserversorgung in sämtlichen Wohn- und Geschäftsräumen zur Folge hat. Die Überhitzung des sekundären Heizungsnetzes hatte zusätzlich Dampfblasenbildung und Wasserschläge zur Folge, welche die Anlage erheblich gefährden und auch zum Versagen von Dichtungen gefolgt von unkontrolliertem Wasseraustritt führten. Seitens der Verantwortlichen wurde ein Umbau der erst wenigen Monate alten Zentrale erwogen – mit entsprechender Kostenfolge im geschätzt oberen 5-stelligen Bereich begleitet von einer mehrwöchigen Umbauphase.
Seitens Avedis wurde die Integration einer automatischen Leistungsregelung («Autothrottle») in Verbindung mit einer volldigitalen Wärmetauscherüberwachung («FADEC - full authority digital engine control») favorisiert und auch umgesetzt, welche ohne weitere physische Umbaumassnahmen innerhalb von 2 Tagen auf den bestehenden Steuerungen programmiert und zur Funktion gebracht wurde. Seitdem wurden keine weiteren Notabschaltungen oder Anlageschäden mehr bekannt.
In einem Geschäftshauskomplex, welcher in absehbarer Zeit saniert wird, befindet sich eine Kältemaschine zur Bereitstellung von Klimakälte. In einem Sommer ist die Kältemaschine mit einem Totalschaden (Kolbenklemmer) des Kompressors ausgefallen. Festgestellt wurde auch Metallabrieb im Kältekreis. Der Kompressor war nur wenige Jahre alt und hätte eigentlich noch ein längeres Leben vor sich gehabt. Nur: Was war der Grund für den hohen Materialverschleiss und den resultierenden Kompressorschaden? Der Eigentümer möchte natürlich nicht die Kälteerzeugung in Stand stellen lassen, nur damit diese gleich wieder defekt ist. Fragen über Fragen…
Eine Analyse von Avedis ergab, dass die Kältemaschine 2-stufig ausgeführt ist und somit eine Mindestabnahme an Kälte benötigt, damit diese nicht sich aus- und anschliessend wieder einschaltet. Im Hinblick auf die anstehende Sanierung des Gebäudes macht eine umfangreiche Investition in die alte Maschine wenig Sinn. Deshalb hat Avedis mit der Instandstellung der Kältemaschine eine Temperatur-Sekundärregelung auf der Abnahmeseite (Bezügerseite) eingeführt und auf der bestehenden Gebäudeautomation programmiert, sodass während dem tatsächlichen Bedarf an Klimakälte diese Mindestabnahme konstant erreicht wird. Nun schaltet sich an einem (Früh-)Sommertag die Kältemaschine am Morgen einmal ein und am Abend einmal aus. Als kleines Feature wird nun die Kältemaschine während der Nachtstunden und ausserhalb des Sommers gesperrt, um sowohl zur Nachhaltigkeit etwas beizutragen als auch gleichzeitig dem Nutzer Kosten zu reduzieren.